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Rückblick auf den 81. Jahrestag in der Gedenkstätte Gardelegen

US-Generalkonsulin Jodi Breisler (links) gedenkt der ermordeten Opfer in Gardelegen.

81 Jahre nach dem Massaker in der Feldscheune Isenschnibbe kamen in der Gedenkstätte Gardelegen zahlreiche Menschen zusammen, um an die 1016 Todesopfer zu erinnern – und sich bewusst mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung dieses Erinnern für unser heutiges Handeln hat.

Der Jahrestag stand unter dem Leitmotiv „Vergangenheit verstehen, Gegenwart prägen“. In den Beiträgen wurde deutlich, dass Erinnerung mehr ist als Rückblick. Sie verlangt eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen Gewalt möglich wurde – mit Ausgrenzung, Gewöhnung und Handlungsspielräumen vor Ort sowie mit der Frage, wie diese Dynamiken heute wirksam werden können.

Dass das Geschehen im unmittelbaren Umfeld stattfand, wurde klar benannt. Es geschah nicht irgendwo – „es ist hinter unseren Haustüren passiert“, wie Bürgermeisterin Mandy Schumacher hervorhob. Diese Perspektive rückt Verantwortung aus der historischen Distanz in die Gegenwart.

Die US-Generalkonsulin Jodi Breisler richtete sich ausdrücklich an die jungen Menschen vor Ort und betonte: „Sie tragen dazu bei, diese Erinnerung weiterzugeben – und dafür danke ich Ihnen.“ Damit wurde die Bedeutung von Bildung und Weitergabe von Erinnerung besonders hervorgehoben.

Zugleich wurde die Perspektive auf die Gegenwart zugespitzt. Gedenkstättenleiter Stefan Winzer machte deutlich: „Es geht nicht darum, zu wissen, was damals falsch war. Sondern darum zu erkennen, wann es heute beginnt.“ Damit verbunden ist die Aufforderung, Verantwortung im eigenen Handeln wahrzunehmen – dort, wo sich entscheidet, ob man widerspricht oder schweigt, wo Grenzen verschoben werden oder Menschen ausgegrenzt werden.

Die Gedenkveranstaltung wurde von zahlreichen Beiträgen aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft sowie von Schülerinnen und Schülern aus Mieste und Gardelegen getragen und bot Raum für gemeinsames und individuelles Gedenken.

Wir danken allen Anwesenden und Mitwirkenden, die dieses Gedenken ermöglicht und mitgetragen haben.